Türkisches Dampfbad / HamamHamam bezeichnet ein türkisches oder orientalisches Dampfbad. Hamam hat überall die gleiche Bedeutung, eine Übersetzung gibt es nicht.

Die ersten Hamams entstanden im 8. Jahrhundert am Jordan, tauchten dann in Syrien und Jordanien auf, vor allem aber in der Türkei. Wer einmal nach Anatolien reist, kann hier die schönsten und ältesten Badehäuser finden.

Im Hamam erwartet Sie eine Kombination aus Dampfbad, Körperreinigung und sinnlichen Düften. Nicht nur an regnerischen Tagen ist der Hamam eine beliebte Zuflucht, zum Wohlfühlen und Entspannen.

Geschichte des Hamam

Der Ursprung des Hamams befindet sich im Orient und hat sich über Jahrtausende entwickelt. Dank der strengen Reinlichkeitsgebote des Islams haben sich diese Bäder bei den Osmanen größter Beliebtheit erfreut. Waren schon die römischen Thermen Stätten der Begegnung, wo sich das Nützliche mit dem Angenehmen verband, so ist das Verweilen  im Hamam ein Genuss, weit weg von Hektik und Alltag.

Der Bau von Badehäuser galt damals als verdienstvoll in religiöser Hinsicht. Die von Privatpersonen gebaute Bäder wurden in Stiftungen eingebracht und sind dadurch unveräußerlich geworden. Das ist auch ein Grund, warum das Hamam weiter existiert, obwohl mit zunehmenden Wohlstand und dem Einzug des Badezimmers, die Kunden aus besseren Gesellschaftsschichten ausbleiben.

Im traditionellen Hamam wird streng darauf geachtet, dass Frauen und Männer in ihren Waschzeremonien nicht gestört werden. Der gemischt geschlechtliche Badebetrieb ist vor allem eine Touristen Attraktion.

Was ist ein Hamam?

Ein Hamam ist ein orientalisches Dampfbad. Der ganze Raum ist mit Naturstein ausgekleidet und die Sitzfläche ist beheizt. Die Hitze kommt aus einem Nebenraum, wo sich ein leistungsfähiger Dampfgenerator befindet. Dieser sorgt für permanent hohe Nebelwirkung. Die intensive Wärme öffnet die Poren der Haut und dringt tief in die Muskulatur ein.

Das „Allerheiligste“ der Nabelstein, ein beheizter Podest aus poliertem Granit oder Marmor Stein,  steht meist mitten im Raum, damit der Tellak  (Bademeister) den Badegast auch von allen Seiten gut kneten kann. Darauf erwärmt sich der Körper um 0,5 bis 1 Grand Celsius. Dieses „künstliche“ Fieber kurbelt unser Immunsystem an und schützt uns zuverlässig vor Schnupfen und Husten. Muskeln und Gelenke werden gelockert, der Kopf frisch und klar und die gerötete Haut gewinnt an Spannkraft, fühlt sich weich und samtig an.

Wasser ist das zentrale Element

Wasser hat nicht nur eine reinigende sondern ebenfalls eine spirituelle Funktion. Es soll den Energiefluss vom Tellak (Bademeister) zum Badegast herstellen.  Die bereitstehenden Kupfer Schalen (Kuma)  in welche das Wasser im traditionellen Hamam fließt, waren einst aus Marmor, dem magischen Stein, welcher das Wasser zusätzlich reinigt und neutralisiert.

Klares Wasser, ohne Seife, fließt über den Körper. um Schweiß und Schmutz Reste abzuwaschen. Von Kopf bis Fuß, im Sitzen,  mit warmen Wasser abgespült, legt man sich anschließend auf dem beheizten Marmor Podest. Mit speziellem Waschhandschuh aus Sisal, Rohseide oder Rosshaar, wäscht und knetet der Tellak routiniert, den Körper. Hautschuppen, Talg und tiefer sitzender Schmutz werden sanft abgerubbelt. Die Haut wird gut durchblutet, sieht rosig und frisch aus.

Hamam in Deutschland

In vielen Großstädten und kleinere Ortschaften wärmen mittlerweile Hamams die deutsche Bevölkerung auf. Und es werden immer mehr. Schließlich ist ein Hamam Besuch so schön, wie ein Kurztrip in die Türkei. Hamams sind im Trend.

Ein Schritt ins Hamam und flugs ist der Alltagstrott wie weggefegt. Erst geduscht und dann geht es zum Schwitzen, genau wie in einer Sauna. Doch der Unterschied liegt im Detail. Nicht auf harten Holzplanken sondern auf wohlig angewärmten Marmor Stein wird geschwitzt. Mit 45 – 55 Grad Celsius sind die Temperaturen niedriger als in der finnischen Sauna und das Atmen fällt wesentlich leichter.

Damit Wasser reinigt, muss es fließen, besagt eine türkische Tradition. Dazu stellt man sich banal unter die Dusche oder begießt den Körper mit warmen Wasser aus Messing Schalen.  Wenn jetzt die Haut so richtig aufgeweicht ist und der Körper wohlig warm, ist die Zeit gekommen für ein Körper Peeling.  Dabei werden die obersten Hautschichten abgerubbelt und das Bindegewebe intensiv durchblutet. Ein Sauna Bad bereitet Sie gut auf eine Massage vor. Die Muskulatur ist entspannt und erwärmt, die anschließende Massage besonders wirkungsvoll.

Nach der Massage geht es ab in den Ruheraum. Eingepackt in mollig-warmen Tüchern, entspannt man auf bequemen Liegen bei einem Getränk und etwas Obst. Ungefähr drei Stunden, einschließlich der Ruhepausen, sollten eingeplant werden für den Hamam Besuch.

Regelmäßige Hamam Besuche stärken die Immunabwehr. Im Hamam finden Sie Stille und vollkommene geistige und körperliche Entspannung. Sie kehren gestärkt in den Alltag zurück.

Übersicht unserer Blogserie – Hamam

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Autorin:
Marie Dickon Google+

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